Morgarten 1965

Die 650-Jahrfeier fand vor dem Hintergrund der Bedrohung des Kalten Krieges statt. Auch 1965 war die Schweizer Armee präsent und demonstrierte militärische Wehrbereitschaft mit einer Waffenschau der Gebirgsinfanterie. Sehr schön gibt das Gedenkspiel "Letzi" von Paul Kamer den Zeitgeist in einem Kleinstaat in Mitten des vom Atomkrieg bedrohten Europa wieder. Aufgeführt wurde es von der Japanesengesellschaft Schwyz auf dem Rathausplatz Schwyz. Ganz bewusst warf das Spiel kritische Fragen nach dem Sinn geistiger und politischer Isolation auf. In der Tradition eines "eidgenössischen Vermahnspiels" standen Fragen im Zentrum: "Wo ist das wahre, letzte Risiko - heute wie damals? Wo steht der eigentliche Feind? Wovon wollten sie, wovon wollen wir im Grunde frei sein? Was kostet eine Absperrung nach aussen, wie tragen wir ihre Folgen?" (zitiert aus dem Nachwort der Druckausgabe von Paul Kamer, S. 43)

›› Weitere Informationen auch in der Entstehungsgeschichte der Stiftung.

Zur Gedenkfeier in der Schornen wurde eine Gedenkmünze (gestaltet vom Bildhauer Josef Nauer), sowie Sammelobjekte für die Philatelie (Ersttagsbriefe und Stempel) herausgegeben. Zwischen Letziturm und Schlachtkapelle wurde 1965 eine Gedenkstätte errichtet, welche man nach dem Vorbild des Rütlis und der Hohlen Gasse als historische Gedenkstätte der Schweizerjugend übergeben wollte. In einer Jugendlandsgemeinde am 21. Oktober wurde beschlossen, eine Sammelaktion durchzuführen um die finanziellen Mittel zum Kauf aufbringen zu können. Dank der grossangelegten Sammelaktion in Schulen der ganzen Schweiz und privaten Spenden konnte die Gedenkstätte ein Jahr später offiziell der "Stiftung der schweizerischen Schuljugend zur Erhaltung des Schlachtfeldes am Morgarten" übergeben werden.