Das Schlachtdenkmal am Ägerisee

Rund 2 km nördlich des Schlachtgeländes mit Kapelle, Morgartenhaus und Letziturm erhebt sich über dem Ägerisee seit über hundert Jahren das Morgartendenkmal.

Das 1908 eingeweihte Denkmal steht in der schweizerischen Denkmälerlandschaft einzigartig da. Lage und Ausgestaltung, Grösse und Form lassen sich nicht direkt mit einer anderen Erinnerungsstätte in der Schweiz vergleichen.            

Der Bau ist vollständig in Nagelfluh aufgeführt. Der Sockel besteht aus Zyklopenmauerwerk, während die Quader des aufgehenden Mauerwerks und der auslaufenden Streben rauh bearbeitete Schauseiten besitzen und die Dachschrägen flach bearbeitet sind. Die zurückhaltende architektonische Gliederung der vorgerückten Pfeilers mit Rillen im Kapitellbereich wird kaum wahrgenommen. Dasselbe gilt für die schildförmige Kartusche im Giebelfeld, die von stilisierten Quasten gerahmt wird. Sie trägt in Bronze-Lettern die Worte "DEN HELDEN VON MORGARTEN 1315".

Der zentrale Baldachin öffnet sich auf drei Seiten in hohen Bogen während auf der bergseitigen Rückwand mit den ausladenden Flügelmauern in Bronze-Lettern eine Inschrift angebracht ist. Sie lautet: "AM 15. NOV. 1315 KÄMPFTEN FÜR GOTT UND VATERLAND DIE EIDGENOSSEN AM MORGARTEN DIE ERSTE FREIHEITSSCHLACHT". Darunter das Relief "Der Steinwerfer" von Hermann Haller (1880-1950).

Das aussergewöhnliche Denkmal hat auch eine einmalige Entstehungsgeschichte: Als das Morgartendenkmal am 2. August 1908 feierlich eingeweiht wurde, fanden sich mehrere tausend begeisterte Festbesucher zu diesem einzigartigen Anlass beim Buchwäldligütsch am Ägerisee ein.

Vorangegangen war diesem festlichen Moment eine jahrelange Baugeschichte, bei der es nicht nur um Fragen der Denkmalgestaltung und Finanzierung ging, sondern auch um historische Aspekte. Über den Ablauf und die Örtlichkeiten des Schlachtgeschehens waren sich weder Historiker noch Politiker einig. Unterschiedliche Auffassungen führten vor allem zwischen den Kantonen Schwyz und Zug zu heftigen Diskussionen und Verstimmungen.

Erste Bestrebungen, den „Helden vom Morgarten“ ein Denkmal zu setzen, sind im Jahr 1844 im Ägerital feststellbar. 1890 wurde in militärischen Kreisen diese Idee wieder aufgenommen und sogar ein Fonds errichtet. Konkret wurden die Bemühungen dann, als die Offiziersgesellschaft des Kantons Zug 1902 das Zentralkomitee der Schweizerischen Offiziersgesellschaft und damit das Offiziersfest 1904 übernahm. Ein Initiativkomitee aus den Reihen der Zuger Offiziersgesellschaft, zuerst sogar mit einem Schwyzer Vertreter, wurde mit der Konkretisierung der Denkmalsidee beauftragt.

Als der Entscheid auf den historisch zwar nicht einwandfreien aber touristisch umso attraktiveren Buchwäldlihügel als Denkmalstandort fiel, zog sich Schwyz aus dem Komitee zurück und konzentrierte seine Bemühungen auf die Renovation des "wahren" Schlachtdenkmales, der Schlachtkapelle in der Schornen. und auf die Errichtung eines Nationaldenkmals in Schwyz.

Im Rahmen eines Wettbewerbes wurde das Denkmalprojekt des Winterthurer Architekten Robert Rittmeyer ausgewählt. Nachdem die Liegenschaft „Buchwäldli“ durch den Kanton Zug erworben worden war, starteten die Bauarbeiten im November 1906 und dauerten bis in den Herbst 1907. Im Frühling 1908 erfolgte die innere Ausschmückung und Beschriftung, am 2. August 1908 dann die feierliche Einweihung. Die „Helden vom Morgarten“ hatten nun ihr Denkmal und das Ägerital ein national bekanntes touristisches Ausflugsziel.

Die Errichtung des Morgartendenkmals begünstigte zweifellos auch die Entstehung des traditionellen Morgartenschiessens, das am 15. November 1912 erstmals durchgeführt wurde.

Das Morgartendenkmal verbindet Landschaft und Geschichte in vielfältiger Weise und hat sich mit seiner Entstehungsgeschichte und seiner idealistischen Ausstrahlung zu einem "lieu de mémoire" der Schweizer entwickelt.